Mein Blog im domicil6

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Eintrag vom 14.04.2022 um 12:00 Uhr

Über mich

Ich hatte mir von Anfang an vorgenommen, dass ich mal etwas über mich erzähle, wenn mein Blog gut ankommt. Nun, im Laufe von 8 Wochen wurde mein Blog über 5000 mal aufgerufen und es gab so einige Kommentare. Na, wenn das kein Erfolg ist, was dann?


Also schreibe ich heute mal etwas über mich. Ich beginne aber nicht bei meiner Geburt, das würde wohl etwas weit gehen.


Kindheit und Teenager


Wir lebten mit 6 Personen in einer Wohnung; meine Mutter, ihr Ehemann und ich mit drei weiteren Brüdern. Meine Mutter war eine sehr durchsetzungsfähige Frau und was sie sagte, wurde gemacht. Ich wuchs in einer behüteten Umgebung auf, Prügel gab es eigentlich nie, denn die verbalen Standpauken meiner Mutter hatten eine größere Wirkung auf uns Jungs.


Nachdem ich die Hauptschule beendet hatte, ging ich auf eigenen Wunsch nach Hamburg in ein Internat und absolvierte dort die Handelsschule. Womit ich nie gerechnet hatte war, dass ich dort einen Jungen in meinem Alter kennenlernte. Vom Elternhaus war ich es gewohnt, nicht zu widersprechen, es sei denn, ich hatte hieb- und stichfeste Argumente. So kam es dann auch, dass dieser Junge, den ich kennenlernte schnell merkte, dass ich ruhig bin. Langsam aber sicher dominierte er mich immer mehr und schon bald entstand zwischen uns ein nicht alltägliches Verhältnis. Er war der, der den Ton angab und ich war der, der ihm völlig verfallen war; ja, ich glaube, ich liebte ihn.


Diese drei Jahre im Internat waren geprägt durch Schule, Hausaufgaben, für Klausuren pauken und in der Freizeit durch Langeweile und Sex. Dabei fand der Sex eigentlich nur zwischen mir und meinem Freund statt, ja, diesem dominanten Kerl, dem ich verfallen war.


So kam es auch, dass BDSM in unserem Leben eine immer größere Rolle spielte und ich mich dazu entschloss, kurz vor der Abschlussprüfung sein Sklave zu werden. Nachdem für uns beide die Schule beendet war, zogen wir, mittlerweile beide 18 Jahre alt, in eine gemeinsame Wohnung.


Von 1984 bis 1991, also 7 Jahre, war ich sein Sklave und füllte diesen Part meines Lebens mit Freude aus.


Meine 20er Jahre


1991 wurden wir dann gewaltsam getrennt. Mein Freund - oder sollte ich Master sagen? - kam bei einem Unfall ums Leben. Ich hatte so meine Mühe, ein Leben in Einsamkeit zu führen. Doch das sollte nicht lange so bleiben. Nachdem ich meine ersten homosexuellen Erfahrungen gemacht hatte, wendete ich mich dem anderen Geschlecht zu. Nun, ich will hier nicht so weit ausholen, deshalb nur so viel:

Ich hatte insgesamt zwei Beziehungen mit dem weiblichen Geschlecht, aus denen jeweils 2 Kinder entstanden; 3 Mädchen und ein Junge. Beide Frauen haben sich von mir getrennt und die Kinder mitgenommen.


Meine Jüngste ist im August 2000 geboren und die Älteste im Januar 1995.


Und so ging es weiter


Mit meinen Kindern habe ich keinen Kontakt. Ich wendete mich nach zwei gescheiterten Beziehungen mit Frauen also wieder den Männern zu. Zunächst war ich auf der Suche nach einem Master, der mich als Sklave aufnehmen würde. Doch nach mehreren Jahren erfolgloser Suche entschloss ich mich, die Seite zu wechseln. Der Weg von Sub zum Top war nicht immer leicht. Ich lernte, was es heißt, Top zu sein, Verantwortung für Andere zu übernehmen und als Top Sex zu haben. Meinen ersten Sklaven auszubilden, gestaltete sich für mich nicht einfach.


Ein Top war geboren


Mein erster Sklave sollte so ausgebildet werden, wie ich ausgebildet wurde. Die Sklavenausbildung gelang mir auch recht gut, biss mich mein Sklave aus beruflichen Gründen verlassen musste. Ich hatte mit ihm noch viele Jahre Kontakt.


Langsam wurde mir jedoch immer klarer, dass sich die Zeiten geändert haben. Mittlerweile sind 20 Jahre ins Land gegangen und SM wurde fast salonfähig. Aber auch die Sichtweise der Sklaven und Master hatte sich in zwei Jahrzehnten geändert. Es kam nicht mehr auf die inneren Werte an, sondern sexuelle Praktiken standen im Vordergrund der Sklaven. Aber auch die Master bevorzugten die Sexpraktiken, statt die inneren Werte eines Subs. Da stand ich mit meiner Einstellung zu BDSM allein auf weiter Flur. Langsam aber sicher begriff ich aber, dass ich mit meiner Einstellung niemals einen Sklaven bekommen würde. So stellte ich meine Sichtweise um und schon bald kam Sklave #2 zu mir. Er blieb leider auch nicht ewig, sondern nur ein halbes Jahr.


Meine Erfahrung als Top wurden intensiver und ich hatte die Möglichkeit, bis zu 3 SM-Sessions im Monat zu haben. Dann trat meine zweite große Liebe in mein Leben.


Liebe ist vergänglich


Er ist 17 Jahre älter als ich und war genau so interessiert an SM, wie ich. Immer wenn wir einen Sklavenanwärter zu Gast hatten, sagte er: "Zwischen Heiko und mir ist immer ein Platz für einen Sklaven." Doch 7 Jahre später, im Jahr 2014 sollte sich zeigen, dass dieser Platz zwischen uns gar nicht existierte. Anfang 2014 zogen wir aus Berlin weg in ein kleines Dorf, in dem ich heute noch lebe. Wir kauften uns hier ein schönes großes Haus. Im Märzz 2014 kam dann der nächste Sklavenanwärter zu uns und die erste Woche ging alles gut. Dieser Sklavenanwärter wollte bleiben, womit mein Freund, mit dem ich zwischenzeitlich verlobt war, und ich einverstanden war. Doch kurze Zeit später fingen die ersten Probleme an. Weil ich mich um unseren Sklaven kümmerte, ihn erzog und formte, wurde mein Freund eifersüchtig. Ab diesem Moment klappte das Zusammenspiel zwischen uns drei nicht mehr. Mein Freund hat dem Sklaven mehrfach angedroht, ihn aus dem Haus zu werfen. Eines Tages stritten sich die beiden und unser Sklave sagte nur: "Heiko, was Du machst, ist mir egal, aber ich gehe. Wenn Du mitkommen willst, packe Deine Sachen. Ich verschwinde von hier." Ich überlegte nur eine Sekunde, nahm meinen Verlobungsring vom Finger und ging. Ab diesem Zeitpunkt vertiefte sich die Beziehung zwischen mir und meinem Sklaven.


Ein Unglück jagd das Andere


Nachdem ich aus dem Haus war, quartierte sich ein Anderer ein. Mein Freund und sein Mitbewohner bauten das domicil6 auf. Das Nebengebäude wurde neu gestaltet und es wurden viele Veranstaltungen angeboten. Ein Jahr nach meinem Auszug zog ich mit meinem Sklaven wieder ein. Es dauerte natürlich wieder nicht lange, dass sich mein ehemaliger Verlobter und mein Sklave stritten. Ich stand dazwischen und hatte alle Hände voll zu tun, die Wogen zu glätten.


Viel Zeit für SM blieb da nicht mehr. Nachdem ich dann das domicil6 übernommen hatte, schienen sich die Wogen nun doch etwas zu glätten. Eigentlich ein Schimmer Hoffnung, wenn da nicht noch etwas anderes wäre ...


... Das Haus scheint nicht zu wollen, dass wir darin wohnen. 2014 wurde die 25 Jahre alte Ölheizung durch eine Pellettheizung ausgetauscht. Ab diesem Zeitpunkt macht die Heizung jedes Jahr zu Winterbeginn Probleme und ein Techniker muss ins Haus. 2016 macht der Schornstein Probleme und die Stromleitungen müssen erneuert werden, 2017 die Fenster, 2018 das domicil6, 2019 die Heizung, 2020 eines der Bäder und 2021 ein Zimmerbrand und zu guter Letzt 2022 müssen sämtliche Wasser- und Heizungsrohre ersetzt werden.


Das Haus scheint alles zu versuchen, uns los zu werden. Es verschlingt Geld und scheint ein Fass ohne Boden zu sein. Daraus ergeben sich natürlich finanzielle Probleme, die dazu beisteuern, dass sich mein Sklave und Ehemann mit dem ehemaligen Hauseigentümer jeden Tag auf's Neue streiten. Auch die Beziehung zwischen meinem Mann und mir leidet darunter. Seit Kurzem denken wir über zwei Möglichkeiten nach:


1. Das Haus verlassen:

Das bedeutet, dass das Haus verkauft wird und das domicil6 endgültig eingestampft wird. Die Kosten für eine Mietwohnung sind überschaubar und eine Finanzplanung ist ohne Überraschungen möglich.

Allerdings müssen dennoch bestehende Kredite für ein Haus, das uns nicht mehr gehört, bezahlt werden.


2. Im Haus bleiben

Wäre denkbar, wenn die Untermieter das Haus verlassen und nur noch mein Mann und ich hier wohnen, ggf. mit Sklaven. Das spart Kosten für Strom, Wasser usw., die locker um 50 % gesenkt werden könnten. Aber auch dann müssen bestehende Kredite abbezahlt und das Haus renoviert werden. Mit einem Gesamteinkommen von gerade mal 2500 Euro ist das eine sehr langwierige Sache. Dabei dulden einige Renovierungsarbeiten keinen ewig langen Aufschub.


Nein, kein Gebettel


Bitte nicht falsch verstehen, dass ich abgeschweift bin. Ich habe über mich berichtet, meinen Werdegang vom Sub zum Top und die sich daraus ergebenen Konsequenzen und Probleme.


Mir wäre es natürlich am Liebsten, das domicil6 weiter laufen zu lassen. Aber wenn wir mit dem Wohnhaus nicht voran kommen, werden wir über Kurz oder Lang hier ausziehen müssen. Dann wären auch die Tage des domicil6 gezählt.


Die Renovierung des domicil6 habe ich gedanklich schon auf unbestimmte Zeit verschoben und meinen Aufruf zur Sammelaktion werde ich auch in Kürze vom Netz nehmen und die gesammelten Gelder zurück zahlen. Wichtiger als das domicil6 ist das Wohnhaus.


Irgendwie müssen wir das jetzt auf die Reihe kriegen, denn derzeit ist es auch nicht gerade leicht, eine Mietwohnung zu bekommen. Viele Vermieter sind wohl der Meinung, dass 2500 Euro Nettoeinkommen nicht ausreichen, eine Mietwohnung für 700 Euro zu bezahlen. :-)


Naja, wenn wir hier wegziehen müssen, wird nicht nur das domicil6 geschlossen, sondern auch meine Tage als Master bzw. Sado dürften gezählt sein. Warten wir ab, was die Zukunft bringt. Ich würde drei Luftsprünge machen, wenn sich ein Geldgeber finden würde, der die Renovierungskosten übernimmt. Aber bleibe ich realistisch; diesen Geldgeber gibt es nicht. :-)


 

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