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Eintrag vom 23.02.2022 um 11:30 Uhr

Ich will kein Sklave mehr sein

Ich will kein Sklave mehr sein


Da ist ein Sklave, sagen wir mal, 56 Jahre alt und ist schon einige Zeit im Besitz eines Masters. Der Master ist konsequent und greift auch mal hart durch. Soviel zu den Vorabinfos.


Der Sklave stellt sich gar nicht mal blöd an und hat einen Sklavenvertrag unterschrieben, den er genauestens einhält. Eigentlich ein wunderbares Leben für Top und Sub. Doch dann kommen die Probleme.


Nur ein einziges Mal hat der Master dem Sklaven ein bisschen Freiheit eingeräumt. Diese hat der Sklave genutzt und sich weiter in seine Rolle als Sklave eingefunden.


Eines schönen Tages hält der Master mit dem Sklaven eine Session ab. Am Ende dieser Session kommt der Sklave zum Orgasmus, ein Orgasmus, wie er ihn schon ewig nicht hatte. Als der Orgasmus abgeklungen ist und der Sklave immer noch gefesselt am Andreaskreuz steht, bettelt der Sklave darum, vom Kreuz gelöst zu werden.


Doch der Master meint dazu nur: "Du hattest gerade einen Orgasmus und bleibst deshalb noch einige Zeit gefesselt. Deine Geilheit ist im Moment verschwunden und wird bald wieder kommen. Dann werde ich Dich vom Kreuz befreien."


Doch der Sklave beginnt, in seinem Tonfall energischer zu werden. Es ist nichts mehr von sklavischer Unterwürfigkeit in seiner Stimme zu erkennen. Als der Master dennoch nicht nachgibt, zerrt und rüttelt der Sklave an seinen Fesseln und brüllt den Master an: "Befreie mich! Ich habe keine Lust mehr, Dein Sklave zu sein! Ich kündige den Vertrag! Lasse mich gehen!"


Geilheit verschwunden bedeutet nicht, kein Sklave mehr zu sein


Ich glaube, diese oder ähnliche Situationen hat jeder Master irgendwann schon einmal erlebt.


Doch wie verhält sich der Master in so einer Situation richtig? Es gibt einen Sklavenvertrag, den beide konsequent beachten, auch was die Auflösung des vertraglich festgelegten Verhältnisses angeht und dann will der Sklave von jetzt auf gleich einfach so aussteigen. Er zerrt an seinen Fesseln, verflucht und beleidigt den Master, wird aggressiv und schreit um Hilfe.
Eigentlich bleibt dem Master in so einer Situation nicht viel Wahlmöglichkeit. Wenn man es genau nimmt, sogar nur zwei.


Okay, Du darfst gehen


Der Master löst die Fesseln des Sklaven und befreit ihn von Allem, was der Sklave während seiner Versklavung bekommen hat. Er bekommt seine Klamotten, die er zu Beginn seiner Versklavung trug, zurück und darf den Master verlassen. Doch der Master gibt Dir noch mit auf den Weg: "Lasse Dir nicht einfallen, noch einmal bei mir aufzutauchen. Wenn Du zurück kommst und wieder mein Sklave werden willst, werde ich Dich vor die Tür setzen, denn sowas, wie Du Dir gerade geleistet hast, geht überhaupt nicht."


Es gibt sehr wenige Sklaven, die ihre Entscheidung dann noch einmal überdenken. Doch sie wissen auch, dass es nicht einfach sein wird, sich beim Master für das Verhalten zu entschuldigen. Sie wissen auch, dass die Zukunft als Sklave mit weiteren Einschränkungen behaftet sein wird. Wie wäre es, nie wieder einen Orgasmus zu bekommen?


Du bleibst gefälligst hier!


Eine weitere Möglichkeit wäre, den Sklaven während seiner Wut und Ungeilheit einfach zu ignorieren und sich erst wieder mit ihm zu beschäftigen, wenn er sich beruhigt hat. "Du hast einen Vertrag unterschrieben. Erinnerst Du Dich?"

Das Bestehen auf den Vertrag ist wohl eine Eigenart der Master, denn sie wissen, dass der Sklave den Vertrag bei erhöhter Geilheit unterschrieben hat und nutzen das natürlich aus.


Und wenn im Vertrag eine Laufzeit der Versklavung steht oder der Vertrag bei Eintreten einer bestimmten Begebenheit automatisch endet, wird der Master das respektieren. Aber wenn der Sklave den Vertrag auflösen will, weil er gerade nicht mehr geil ist, wird der Master das wohl ignorieren und den Sklaven erstmal zu klarem Verstand kommen lassen.


Wenn der Sklave dann aber auch bei erneut aufkommender Geilheit kein Sklave mehr sein will, wird der Master auf die Einhaltung des Vertrages bestehen und den Sklaven entsprechend behandeln. Vielleicht wird er ihn nur für einige Tage wegsperren, vielleicht wird er ihn auspeitschen oder ihn anders behandeln. Doch egal, was der Master mit dem Sklaven anstellt, es hat immer das Ziel, dass der Vertrag eingehalten wird und der Sklave im Haus bleibt.


Versklavung ohne gegenseitigen Konsens?


Will einer der Vertragspartner die Beziehung auflösen, besteht ab diesem Moment kein gegenseitiges Einverständnis (Konsens) mehr. Aber genau auf diesen Konsens beruht eine BDSM-Versklavung. Ist der Konsens nicht mehr gegeben und der Master zwingt den Sklaven, zu bleiben, begibt sich der Master in eine rechtlich dunkelgraue Zone. Hierzu habe ich in meinem Blogeintrag vom 25. Januar 2022 zum Thema "Zwangsversklavung" bereits etwas zum Besten gegeben.


Was eine ernsthafte Versklavung betrifft, ist und muss Zwang und Ausweglosigkeit im Spiel sein. Der Sklave ist erst wirklich Sklave, wenn er dazu gezwungen wird.


Wie ist das bei Dir?

Willst Du Sklave sein, weil Du gerade geil bist und den Gedanken geil findest?

Oder ist Dir eine Versklavung lieber, in der es für Dich erst dann ein Ende gibt, wenn es der Master will?


Hinterlasse doch mal einen Kommentar dazu.


 

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Eintrag von Stefan am 24.02.2022 um 15:42 Uhr
Vertragseinhaltung
Ich denke, beide Partner unterzeichnen den Vertrag auf längere Zeit oder sogar lebenslang, damit dieser auch eingehalten wird. Ob die sau während der Sessions geil ist oder nicht, ist letztlich für den Meister uninteressant, wichtig ist lediglich die Geilheit des Meisters. Ich plädiere in diesem Fall für so eine harte Bestrafung, welche die sau nie wieder vergessen wird...