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Eintrag vom 04.02.2022 um 10:58 Uhr

Von Mastern, Sklaven, Switchern und pandemisch bedingten Depressionen

Begriffserklärungen

Eines vorweg: Ich weigere mich, in diesem Blogeintrag zu gendern. Deshalb; auch wenn ich hier die männliche Form gewählt habe, ist gleichermaßen auch das weibliche Geschlecht gemeint.



A) Der Maso


Der Maso liebt bei sexuellen Handlungen den physischen wie auch den psychischen Schmerz. Nur selten mag der Maso beide Schmerzarten.
Er ist der Typ Mensch, der sich beim Sex häufig unterordnet und sich Schmerzen zuführen lässt. Weil die meisten Masos auch die devote Rolle bei einer Session einnehmen, bezeichnen sich viele Masos auch als Sklave.


Auch Tops können Masos sein. Sie mögen dann eher den physischen Schmerz, der meistens nicht zu intensiv sein darf. Den Psychischen Schmerz mögen Tops in der Regel nicht.


Masos sind auf der Suche nach Tops oder Sadisten, manchmal auch nach einem Master. Sie wollen in der Hauptsache eine Session, die auch mal über ein ganzes Wochenende gehen darf.


Der Maso in Stichworten:


  • Er ist meistens devot bzw. unterwürfig
  • Er mag Schmerzen, um Geilheit aufbauen zu können

  • Er sucht verschiedene Sexpartner, die Top, Sadist oder Master sind

  • Er möchte keine dauerhafte Versklavung


B) Der Sklave


Der Sklave ist ein ganz besonderer Typ Mensch. Obwohl er mit beiden Beinen im Leben steht, ist sein größter Wunsch, einem Master zu dienen. Doch bis es bis zu diesem Wunsch gekommen ist, hat der Sklave einen langen Weg vom Sub über den Maso zum Sklaven durchgemacht.


Er hat in seinem Leben schon viele Sessions mitgemacht und hat das Gefühl, dass er nun mehr will. Er stellt sich immer öfter die Frage: "War das schon Alles?"


Der Sklave träumt davon, für seinen Master alles zu tun, damit es dem Master an Nichts mangelt. Dafür ist der Sklave häufig bereit, alles aufzugeben, was er sich aufgebaut hat.


Solange der Sklave keinen Master gefunden hat, sollte er sich nicht als Sklave bezeichnen, sondern eher als Sub oder Maso. Er ist erst dann Sklave, wenn er einen Besitzer, also einen Master, gefunden hat.


Der Sklave in Stichworten:


  • Der Sklave ist bereit, alles aufzugeben

  • Der Sklave ist vorher Sub oder Maso gewesen

  • Sein Lebenssinn besteht darin, es dem Master gut gehen zu lassen

  • Solange er keinen Besitzer hat, ist er nicht Sklave


C) Der Sub


Sub = Submessiv = unterwürfig

Der Sub steht ebenfalls mit beiden Beinen im Leben, möchte es aber auch beibehalten. Er ist normalerweise zurückhaltend und drängt sich keineswegs in den Vordergrund. Ganz im Gegenteil; steht er im Mittelpunkt, fühlt er sich unwohl und möchte der Situation möglichst schnell entfliehen.
Er setzt sich normalerweise auch nicht zur Wehr, wenn ihm Unrecht geschieht, sondern ist bereit, die Schuld auf sich zu nehmen. Leider auch dann, wenn er unschuldig ist. Doch der Sub hat seine Grenzen und dann setzt er sich sehrwohl zur Wehr, zieht sich aber schnell wieder zurück, wenn er Gegenwehr bekommt.


Bei sexuellen Aktivitäten ist er immer der devote bzw. passive Teilnehmer.


Der Sub in Stichworten:


  • Der Sub hält sich zurück

  • Der Sub macht auf seine Mitmenschen einen schüchternen Eindruck

  • Der Sub steht nicht gerne im Mittelpunkt

  • Der Sub ist sexuell passiv


D) Der Sado/Sadist


Der Sado oder Sadist findet seine Befriedigung darin, anderen Menschen psychisches oder physisches Leid zuzuführen. Je mehr seine Mitmenschen unter ihm leiden, um so befriedigter ist der Sadist.
Der Sadist erfreut sich am Leid Anderer auch außerhalb von BDSM und genau das zeichnet den Sadisten aus.


Viele Sadisten suchen einen Maso oder Sklaven für sexuelle Handlungen, die fast immer mit Schmerzen zu tun haben. Je mehr der Sexpartner unter ihm leidet, um so erregter ist der Sadist.
Der Sadist ist manchmal auch der Master eines Sklaven.


Der Sadist in Stichworten:


  • Der Sadist fügt gerne Schmerzen zu

  • Der Sadist ist auf der Suche nach Masos und Sklaven

  • Der Sadist erfreut sich am Leid seiner Mitmenschen, auch außerhalb von BDSM


E) Der Master


Der Master ist im Besitz eines Sklaven. Anderenfalls ist er lediglich dominant, also tonangebend oder Sadist. Der Master ist auf der Suche nach einem Sklaven, den er dominieren und ihn als seinen Besitz bezeichnen kann.


Der Master ist häufig auch Sadist, hält sich aber mit Schmerzzufuhr etwas zurück. Er weiß, dass er die Verantwortung für seinen Sklaven bzw. Eigentum hat und sorgt dafür, dass der Sklave jederzeit gesund und arbeitsfähig ist. Er ist sich seiner Verantwortung sehr bewusst.


Der Master in Stichworten:


  • Der Master ist der Eigentümer eines Sklaven

  • Der Master sorgt für seinen Sklaven

  • Der Master ist sich seiner Verantwortung bewusst

  • Er ist auf der Suche nach einem Sklaven


F) Der Switcher


Beim Switcher handelt es sich wohl um den Typ Mensch, der am weitesten verbreitet ist. Deshalb werde ich die Switcher in zwei unterschiedliche Switcher aufteilen.


F.1) Der Wechselhafte


Dieser Switcher dürfte wohl am Häufigsten vorkommen. Er ist in der Lage, seine Position innerhalb einer Session beliebig oft zu wechseln; vom Aktiven zum Passiven und zurück.

Mit diesem Switcher kommen rein Aktive oder rein Passive nur selten zurecht. Ein anderer Switcher hingegen hat mit diesem Switcher gar kein Problem und beide können eine erfüllende Session erleben.


Manche Sklaven sind Switcher dieses Typs, weil sie möglicherweise sowohl die passive als auch mal die aktive Rolle übernehmen müssen.


F.2.) Der festgelegte Switcher


Dieser Switcher ist zwar in der Lage, beide Positionen einzunehmen, legt sich aber zu Beginn einer Session fest und wechselt seine festgelegte Position nicht. Ist er am Anfang der Session passiv, bleibt er es bis zum Ende der Session, ist er am Anfang der Session aktiv, bleibt er es bis zum Ende der Session.

Dieser Switcher kommt mit dem wechselhaften Switcher zurecht, aber auch mit dominanten/aktiven oder devoten/passiven Sexpartnern.


Er hat also die besten Chancen, recht schnell viele unterschiedliche Sexpartner zu finden.


Der Switcher in Stichworten:


  • Der Switcher wechselt seine Rolle

  • Der Switcher kann sich vor Beginn für eine Rolle festlegen

  • Der Switcher ist vielseitig

  • Der Switcher findet schnell Sexpartner

  • Der Switcher kann zum Sklaven werden


G) Mischformen


Nun gibt es auch Mischformen der zuvor genannten Personengruppen


Bei beiden Mischformen ist größte Vorsicht geboten, denn beide können über kurz oder lang in eine Depression verfallen.


Ein devoter Sklave und ein dominanter Master passen besser zusammen, als ein dominanter Sklave zu einem devoten Master.


Sub, Sklave, Maso und dominant


Ja, es gibt sie, die dominanten Sklaven, Masos und Subs. Als Aktiver und Dominanter ist es nicht immer ganz einfach, mit solchen Menschen zurecht zu kommen.


So sind solche Menschen unterbewusst in der Lage, den Master oder Sado zu manipulieren, um dafür zu sorgen, dass er das mit dem Sub oder Maso macht, was er möchte.

Diese passiven, aber dominanten Personen manipulieren nicht bewusst, sondern für sie selbst unbewusst. Der aktive Dominante kann diese Manipulation allerdings als Bevormundung betrachten und sich deshalb über kurz oder lang vom Sub trennen.


Es gibt aber auch dominante Subs, denen völlig klar ist, dass sie dominant sind. Diese Personen versuchen dann, dem aktiven Dominanten zu erklären, wie sie was mit dem Sub zu machen haben, und das unter Umständen sogar bis ins kleinste Detail.


Zeigt der aktive Dominante gegenüber dem dominanten Sub auch nur einmal für eine Sekunde Schwäche oder Unentschlossenheit, hat der Master verloren und sieht sich selbst in der Rolle als Sklave. Damit kommt der Master oder Sado meistens nicht zurecht. Der dominante Sklave bemerkt gar nicht, dass er den Master Befehle erteilt, dem Master mehr und mehr Tätigkeiten auferlegt und den Master so immer mehr in eine psychische Krise stürzt.


Aktiv, Sado, Master und devot


Natürlich gibt es zum dominanten Sub auch das passende Gegenstück, den devoten Sado oder Master.


Obwohl der Sado während einer Session die Führung hat, lässt er sich dennoch vom Sub/Maso dahingehend beeinflussen, dass er die Praktiken anwendet, die der dominante Sub bzw. Maso erleben möchte. Ganz ähnlich ist es mit dem devoten Master. Nicht nur, dass ein Sklave mit einem devoten Master so rein gar nichts anfangen kann, hat es der devote Master sehr schwer, einen Sklaven zu finden.


Und wenn der devote Master doch einen Sklaven gefunden hat, dauert es meistens nicht lange und der dominante Sklave übernimmt die Rolle des Masters, der sich dann eher als Sub sieht, als als Master. Devote Master haben fast immer ein Problem damit, einen Sklaven zu erziehen. Deshalb hat der devote Master nur selten einen Sklaven über einen längeren Zeitraum, denn der Sklave will dominiert werden und nicht selbst dominant sein.


Häufig fallen devote Sados und Master nach einiger Zeit in einen psychischen Tiefpunkt, aus dem sie nur wieder raus kommen, wenn sie einen absolut devoten Sub bzw. Sklaven besitzen können.


Ist der devote Master erst einmal an einem solchen Tiefpunkt, kann es mehrere Monate oder gar Jahre dauern, bis der Master aus dieser Krise heraus ist. Häufig schafft es der devote Master jedoch nicht alleine und bedarf fachliche psychologische Hilfe. Hilfreich ist auch, wie bereits erwähnt, ein Sklave, der extrem devot ist und den Master aufbauen und auffangen kann.


H) Zum Schluss


Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 die Anzahl der devoten Master und dominanten Sklaven erheblich gestiegen ist. Dies liegt offensichtlich an Corona, denn der Virus fördert depressive Züge letztlich bei Jedem. Dies macht sich im Allgemeinen durch gesteigerte Aggressivität im Berufs- und Privatleben bemerkbar. Somit ist auch das Leben im Rahmen von BDSM davon nicht ausgeschlossen.

Personen, die vor Corona eher passiv und devot waren, neigen seit Anfang 2020 dazu, dominant zu werden, während zuvor dominante Personen dazu neigen, devot zu werden. Beide Personen, egal, ob aktiv oder passiv, sind damit nicht glücklich, können aber nichts dagegen unternehmen. So steigert sich die Aggressivität auf beiden Seiten, sowohl auf der dominanten als auch auf der devoten Seite.


Nicht selten fallen Tops wie Subs früher oder später in eine pandemiebedingte Depression. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben allerdings gezeigt, dass sich diese Art der Depression nach Überstanden der Pandemie häufig in Luft auflösen und der geordnete Zustand vor der Pandemie nach etwa 6 Monaten wieder hergestellt ist.


Um einer pandemiebedingten Depression aus dem Wege zu gehen, ist es sinnvoll, sich viel an der frischen Luft und bei Sonnenschein im Freien aufzuhalten. Spaziergänge von 60 bis 90 Minuten Dauer sind hilfreich, damit der Körper natürliche Vitamine tanken kann, die zur Bekämpfung einer möglichen Depression notwendig sind. Und nein, es bringt nichts, in den Supermarkt zu gehen und sich dort Vitaminpräparate zu kaufen. Diese Präparate sind meistens künstlich und haben nicht die gleiche Wirkung, wie eine natürliche Versorgung.


Eine Partnerschaft kann und wird unter einer Depression eines der beiden Partner immer leiden. Um das zu vermeiden oder eine Depression erfolgreich zu bekämpfen, sollten beide Partner möglichst viel gemeinsam an der frischen Luft unternehmen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine bestehende Ehe handelt, oder um eine Partnerschaft in Form von Master und Sklave. Ist einer von beiden depressiv, müssen beide gemeinsam daran arbeiten, die Depression zu bekämpfen.

Darauf zu warten, dass die aktuelle Pandemie von selbst vorüber geht, ist jedenfalls keine Lösung, denn dann kann die Depression bereits so weit fortgeschritten sein, dass sie nicht ohne fachliche Unterstützung auch nach der Pandemie bekämpft werden kann.


Und noch ein letzter Hinweis: Wer während der jetzigen Zeit depressive Züge an sich bemerkt, neigt auch nach der Pandemie zu Depressionen.


 

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Eintrag von Andre am 03.03.2022 um 13:29 Uhr
Depressionen
Dieser Beitrag von Sir Heiko hat mich zum Nachdenken gebracht, denn ich habe mich in den letzten 2 Jahren auch verändert. Mich stört jede Kleinigkeit und sie macht mich innerlich aggressiv. Ich ärgere mich über mich selbst, über Andere und sowieso über Alles.

Vielleicht beherzige ich den einen oder anderen Tipp in der Hoffnung, dass es wieder anders wird.

Andre