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Eintrag vom 25.01.2022 um 11:03 Uhr

Zwangsversklavung

Zwangsversklavung: Ja oder Nein?

Bevor ich mich um das Thema Zwangsversklavung auslasse, möchte ich eindrücklich klar machen, dass in Deutschland und vielen Teilen der Welt eine wie auch immer geartete Versklavung verboten ist.

Nun möchte ich den Begriff Zwangsversklavung aus meiner Sicht erklären. Mir ist klar, dass meine Definition nicht unbedingt der Allgemeinheit entspricht, denn ich mache dabei einen Unterschied zwischen BDSM und nicht-BDSM.

Eine Zwangsversklavung im herkömmlichen Sinn ist eine Art der unfreiwilligen Inanspruchnahme eines Menschen gegenüber einem anderen Menschen, dem Sklaven.
Dabei ist es relativ egal, wie die Inanspruchnahme im Detail aussieht. Sie kann bei Zwangsarbeit beginnen, reicht bis zu Ausbeutung im Berufsleben bis hin zu unfreiwilligen sexueller Inanspruchnahme.
Der Grundtenor ist bei der herkömmlichen Zwangsversklavung die Unfreiwilligkeit der versklavten Person. Es kann in einigen Fällen vorkommen, dass sich die ursprüngliche Unfreiwilligkeit in eine untergeordnete Freiwilligkeit wandelt.

Als Beispiel sei hier die bekannte Versklavung afrikanischer Männer und Frauen im 19. Jahrhundert in Amerika genannt. Auch heute noch haben dunkelhäutige Bürger und Bürgerinnen in Amerika im sozialen Leben den einen oder anderen Nachteil zu ertragen, auch wenn die Versklavung auf dem Kontinent bereits abgeschafft ist.
Aber auch in Europa wurden afrikanische Männer und Frauen durch z. B. Holländer und Portugiesen zwangsweise in die Heimat geschifft und versklavt.
Was uns Deutsche betrifft, haben wir auch keine weiße Weste.

Nicht ohne Grund ist diese Form der Zwangsversklavung verboten und wird hoch bestraft.

Aber was ist mit der Zwangsversklavung im Bereich von BDSM?


Zunächst muss ich dazu sagen, dass wir uns hüten sollten, eine Straftat mit BDSM zu legalisieren. Grundsätzlich bleibt eine zwangsweise Versklavung eine Straftat. Nicht nur, dass Versklavung an sich strafbar ist, es können noch Straftatbestände wie Freiheitsberaubung oder Körperverletzung hinzukommen.
Allerdings sieht der Gesetzgeber eine Aufweichung vor. Demnach müssen alle Beteiligten ein gegenseitiges Einverständnis abgeben. Dummerweise genügt das mündliche Einverständnis, was im Streitfall logischerweise nicht beweisbar ist, nicht.
Abhilfe würde eine schriftliche Einverständniserklärung bringen, oder sogar Videoaufnahmen aller Beteiligten, in der das Einverständnis eindeutig bekundet wird. Dabei ist darauf zu achten, dass das Gesicht des gefilmten klar und deutlich zu erkennen ist. Eine Videoaufnahme hat vor einem Gericht die Kraft eines eindeutigen Beweises.
Allerdings muss das Einverständnis klar und deutlich sowie ausführlich sein.
Eine Aufnahme, auf der lediglich zu hören ist: "Ich bin mit einer BDSM-Versklavung und allen sich daraus ergebenden Konsequenzen einverstanden", reicht möglicherweise nicht aus.
Vielleicht sollten sich alle Beteiligten schriftliche Notizen machen, in denen zu lesen ist, womit sie genau einverstanden sind. Hier kann ein Sklavenvertrag gute Dienste leisten, der vor laufender Kamera vorgelesen wird.
Soviel erstmal zu den rechtlichen Angelegenheiten. Jeder Beteiligte muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass ein Sklavenvertrag gegen die guten Sitten verstößt und vor einem Gericht keine Beweiskraft hat.

Komme ich nun zum BDSM-Aspekt.
Viele Männer und Frauen haben die Phantasie, sich zwangsweise versklaven zu lassen. Die Phantasien sind dabei so unterschiedlich, dass ich sie hier gar nicht aufzählen kann, ohne den Rahmen zu sprengen. Eines ist dabei aber immer gegeben; der gewollte Zwang, Druck und die nicht vorhandene Möglichkeit, aus der Versklavung wieder herauszukommen.
Nun, nur sehr selten findet eine solche Versklavung im Rahmen von BDSM ein ganzes Leben statt. Fast immer ist eine zwangsweise Versklavung zeitlich begrenzt. Doch innerhalb dieser Frist gibt es keine Möglichkeit, vorher aus der Versklavung zu gehen.
Und darin erkennen wir den Zwang.

Selbst bei Entführungsszenarien, die in der Phantasie sehr häufig vor kommen, findet eine Versklavung nur zeitlich begrenzt statt. Findet ein solches Szenario in der Öffentlichkeit statt und wird von unkundigen Passanten beobachtet, könnte schnell die Polizei anwesend sein. Schließlich ist eine Entführung ebenfalls eine strafbare Handlung.
Von einer Entführung geht es dann nahtlos in die zwangsweise Versklavung über. Doch ist es wirklich eine zwangsweise Versklavung, wenn vorher nicht nur die zeitliche Befristung besprochen wurde?
Vorher wird der Zeitrahmen festgelegt, zum Beispiel 3 Tage (bzw. 72 Stunden), der Inhalt der Versklavung (was wird von wem wie gemacht) und der Ablauf der Rückkehr ins alte Leben.
Das ist keine Zwangsversklavung, denn in einer zwangsweisen Versklavung werden all solche Dinge, wie auch viele Andere, vorab nicht besprochen.
Irgendwann wirst Du auf der Straße auf dem Weg nach Hause oder zur Arbeit in ein Auto gezerrt, ohne dass Du vorher weiß, wer Dich entführt, wohin es geht und was mit Dir passiert.
Zunächst haben wir es mit einer klassischen Entführung zu tun, doch am Ziel angekommen wird Dir schnell klar gemacht, dass Du jetzt für sehr sehr lange Zeit bleibst, wo Du gerade bist. Du hast zu tun, was Dir gesagt/befohlen wird, Du wirst in jeder Hinsicht benutzt und mißbraucht werden. Und immer ist jemand in Deiner Nähe, der Dich mit Rohrstock oder Peitsche zur Arbeit antreibt. Jeder Widerstand wird so schnell wie möglich im Keim erstickt und Du findest Dich von Tag zu Tag mehr in Deine Rolle als Sklave ein, ohne dass Du jemals Deine Zustimmung dazu gegeben hast.
Das macht eine Zwangsversklavung aus: Keine Zustimmung Deinerseits, keinerlei Absprachen, Brechung Deines vorhandenen Widerstandes, keine zeitliche Begrenzung.

Wir sehen also: Alles, was BDSM aus macht, wird bei einer Zwangsversklavung verloren gehen.
Das bedeutet im Umkehrschluss: BDSM und Zwangsversklavung harmonieren nicht miteinander.

Doch was, wenn der Sklave einer Versklavung zugestimmt hat, bereits 2 oder mehr Jahre bei seiner Herrschaft ist und dann die Versklavung beenden möchte? Was, wenn die Herrschaft damit nicht einverstanden ist und Dich notfalls gewaltsam im Haus behält?
Tja, und hier ist sie wieder, die Straftat.
Die Herrschaft kettet Dich irgendwo an, schließt Dich in den Keller ein oder bringt Dich in einen Käfig unter: Freiheitsberaubung.
Oder ist die Herrschaft ungehalten und peitscht Dich bis auf"s Blut und wütend aus? Körperverletzung.
Vielleicht aber schließt sie Dich weg und setzt Dich Deinen größten Ängsten aus: selische Grausamkeit.

Was hat das mit BDSM zu tun? Nichts.

Und wie kann eine Zwangsversklavung durchgeführt werden, ohne gegen Gesetze zu verstoßen?


Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, in Form eines Videos oder schriftlicher Einverständniserklärung sein Einverständnis für eine zeitlich befristete oder unbefristete Versklavung abzugeben.
Die zeitliche Befristung kann entweder als festgelegtes Datum erfolgen oder von einer bestimmten Begebenheit abhängig gemacht werden.

Eine zeitliche Befristung wie "... bis zum 31.12.2050" ist dabei genauso wirksam wie "... bis der Master gestorben ist". In beiden Fällen ist die Versklavung dann beendet, wenn das entsprechende Ereignis eintritt.
Bei einer zeitlich unbefristeten Versklavung endet die Versklavung erst, wenn der Sklave selbst gestorben ist. Bis dahin kann er seine Dienste mehreren Mastern oder weiblichen Doms nacheinander zur Verfügung stellen.

Kann ich meinen Sklaven vererben?


Kurz gesagt: nein
Ein Sklave ist vor dem Gesetz ein menschliches Wesen und keine Sache. Deshalb können Haustiere vererbt werden, aber keine Sklaven.
Haustiere sind vor dem Gesetz eine Sache und kein Lebewesen.

Auch, wenn man als Master bzw. Eigentümer den Sklaven als Sache sieht, bleibt er vor dem Gesetz ein menschliches Lebewesen.
Daraus ergibt sich für den Master bzw. Eigentümer ein Problem. Da er den Sklaven nicht vererben kann, muss er vor seinem Ableben für einen möglichen Nachfolger als Eigentümer sorgen. Alternativ gibt er den Sklaven mit dem Tod des Masters einfach frei und entlässt ihn aus seinem Sklavenleben. Doch dann hat der Sklave das Nachsehen und sucht möglicherweise mehrere Jahre nach einem neuen Eigentümer. Diese Suche kann und wird für den Sklaven eine Belastung darstellen.
Der Master des Sklaven muss also möglichst rechtzeitig nach einem Nachfolger suchen, der den Sklaven aufnehmen kann und will. Der Master hat möglicherweise einen Vorteil, wenn er mit einem anderen Dom oder Switcher verheiratet ist, denn dann könnte der Hinterbliebene den Sklaven nahtlos übernehmen.
 

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Eintrag von Teddy am 18.02.2022 um 07:34 Uhr
fette alte Sau
Fette alte Sau träumt seit über 50 Jahren von einer Zwangsversklavung.
Nun bin ich schon 76 Jahre alt und 129 kg schwer und bin auf der Suche nach einer strengen und gnadenlosen Zwangsversklavung.

Eintrag von Stefan am 03.02.2022 um 17:25 Uhr
Video als Beweis
Die Idee mit dem Video finde ich sehr gut, wenn man sich auf besonders harte Praktiken einlassen will, z. B. für mehrere Tage, und dabei Verletzungen durchaus in Kauf nimmt.

So sind auf jeden Fall beide Seiten abgesichert!